Bei der momentanen Wetterlage fliegen schon die Haselpollen – rund zwei Wochen früher als üblich. Grund dafür sind die hohen Tagestemperaturen, aber auch die milde Zeit im letzten November. Für Betroffene von Allergien sind die Pollendaten und Blühbeginnprognosen von MeteoSchweiz und die Tipps von aha! Allergiezentrum Schweiz sehr hilfreich.

Es ist Winter, doch die Haselkätzchen beginnen sich zu strecken und leuchten gelb: Die frühlingshaften Temperaturen bringen die Hasel jetzt beinahe überall in der Schweiz zur Blüte. Tage mit Temperaturen über 5 bis 7 Grad Celsius lassen ihre Pollen fliegen. Damit beginnt der Pollenflug des Strauchs in diesem Jahr rund zwei Wochen früher als im langjährigen Mittel. In Genf wurden bereits an Weihnachten mässige Haselpollenmengen gezählt, in der ersten Januarhälfte auch in Neuenburg, Lausanne und sogar in Zürich. «Ab jetzt ist bei dieser Wetterlage jedoch schweizweit mit Haselpollen zu rechnen, mit steigender Belastung (siehe Pollendaten von Mittwoch, 27.1.2016)», stellt Biometeorologin Regula Gehrig von MeteoSchweiz in Aussicht. 

Der milde November hat auch Einfluss
Die Entwicklung von Pflanzen und damit auch die Blüte hängt aber nicht nur vom aktuellen Wetter, sondern von der Temperaturentwicklung in den Vormonaten ab. Auf diese Daten stützt sich die Blühbeginnprognose von MeteoSchweiz: Gestellt wird eine solche Prognose gemäss Regula Gehrig aufgrund der Summe von warmen Tagesmitteltemperaturen der ungefähr letzten zwei Monate. Normalerweise sind somit für die Haselblühprognose die warmen Tage im Dezember und Januar massgebend. Aber: «In diesem Jahr muss auch der ausserordentlich milde November berücksichtigt werden.» Eine Prognose bleibe aber eine Prognose und die könne sich auch jederzeit ändern: Mehrere aufeinander folgende warme Tage könnten den Blühbeginn sehr stark beschleunigen, während kältere Temperaturen und Niederschläge ihn wieder verzögerten.

Prognosen sind wichtig für Pollenallergiker
Nützlich sind die Prognosen zum Blühbeginn aber auf jeden Fall. Allergikerinnen und Allergiker können sich rechtzeitig wappnen und allenfalls rechtzeitig Medikamente einnehmen, damit diese beim Auftreten der ersten Pollen bereits wirken. Prognosen werden von MeteoSchweiz für Hasel, Erle, Esche, Birke und Gräser bereitgestellt, da diese Arten für den grössten Teil der Pollenallergien in der Schweiz verantwortlich sind. Der Beifuss gehört ebenfalls zu den wichtigsten allergenen Pflanzen, sein Blühbeginn fällt aber meist mit dem mittleren Blühbeginn ab Juli zusammen. Bei den andern Pollenarten wird der mittlere Blühbeginnzeitpunkt der letzten zehn Jahre angegeben. Wichtig zu wissen: Südlich der Alpen blühen alle Pflanzen im Allgemeinen früher. 

Nach der Hasel wird als nächstes die Erle blühen: «Sie steht am Beginn ihrer Blütezeit», so Regula Gehrig. Die nicht heimische Purpurerle (Alnus spaethii), die vor Jahren in Buchs zu Dutzenden gepflanzt wurde und die auch schon an Weihnachten blühen kann, steht seit Dezember in Blüte. Weil viele der Purpurerlen wieder gerodet wurden, sind die Konzentrationen jetzt tiefer als in den Vorjahren. Die Pollen der Purpurerle führen nachweisbar und oft zu Immunreaktionen. 

Ein Ausblick auf die kommende Pollensaison kann derzeit nicht gemacht werden. Es ist noch nicht vorhersehbar, ob etwa wieder ein sehr intensiver und früher Pollenflug der Gräser ansteht wie im 2015. An einigen Stationen im Mittelland war die letztjährige Gräserpollensaison gemäss MeteoSchweiz die stärkste oder zumindest die zweitstärkste seit dem Messbeginn anfangs der 1980er Jahre.

Infos und Tipps  
aha! Allergiezentrum Schweiz bietet nützliche Informationen und Tipps zum Umgang mit Pollenallergien an: