Wer eine heikle Haut hat, sollte bei der Wahl der Sportbekleidung nicht nur auf das Aussehen, sondern auch auf das Material achten. Ein paar Tipps unserer Expertin, Bettina Ravazzolo. 

Hautfreundliche Materialien wählen
Grundsätzlich – also nicht nur für Sport – sind alle feingewebten glatten Materialien günstig, gerade für Betroffene mit heikler Haut. «Das heisst, Stoffe wie etwa Baumwolle, Viskose, Lyocell oder Seide werden in der Regel als angenehm empfunden», erklärt Bettina Ravazzolo. Einige synthetische Textilien fühlen sich auf der Haut zwar sanft an, sind aber wenig atmungsaktiv und daher nicht geeignet. Von Wolle sollten Personen mit sensibler Haut ganz absehen, da diese auf der Haut scheuert und dadurch reizt. 

Atmungsaktive Kleider tragen
Wer intensiv Sport treibt, der schwitzt. Bei trockener oder zu Neurodermitis neigender Haut kann Schweiss zum Problem werden: Die darin enthaltenen Salze reizen die Haut. Die Expertin: «Personen mit sensibler Haut sollten darauf achten, dass das Material ihrer Sportkleidung atmungsaktiv ist.» Wird der Schweiss nämlich nicht von der Haut wegtransportiert, kann es zu Rötungen und Juckreiz kommen. Umgekehrt kann bei Personen mit Neurodermitis – auch atopisches Ekzem genannt – die Schweissbildung gehemmt sein, wodurch das Abkühlen durch Schwitzen entfällt. Der Wärmestau wiederum führt zu Juckreiz. 

Bei funktioneller Sportbekleidung gibt es viele gute synthetische Materialien aus Mischgeweben, durch die Wasserdampf aus dem Inneren des Kleidungsstücks nach aussen entweichen kann. Meistens ist die Atmungsaktivität auf dem Etikett angegeben. «Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen sind für schweisstreibende Sportarten weniger geeignet: Sie sind zwar atmungsaktiv, speichern jedoch bei starkem Schwitzen die Feuchtigkeit», ergänzt Ravazzolo. Die Kleidung sollte übrigens nicht zu eng sein; je loser der Hautkontakt desto besser. 

Auf die Verarbeitung achten
Beim Anbau und der Veredlung werden oft Chemikalien eingesetzt, um dem Gewebe die gewünschten Eigenschaften zu verleihen. «Deshalb empfiehlt es sich, auf Labels wie Oeko-Tex Standard 100 zu achten, da diese die Textilien auf allergieauslösende Zusätze kontrollieren», weiss die Expertin. Auch Farbpigmente können Hautreizungen hervorrufen. Darum sollte jene Kleidung, die direkt auf der Haut getragen wird, möglichst hell sein. Denn helle Textilien enthalten weniger Farbstoffe und werden deshalb besser toleriert als dunkle. Ravazzolo rät: «So oder so ist es sinnvoll, sämtliche Kleidungsstücke vor dem ersten Tragen gründlich zu waschen.» Am besten mit einem möglichst duftstofffreien oder zumindest nur gering parfümierten Waschmittel.