Rund 10 bis 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind von einer Pollenallergie betroffen. Die meisten Kinder erkranken ab dem Kindergartenalter an Heuschnupfen und viele von ihnen entwickeln später auch ein Asthma. Entgegenwirken kann eine frühzeitige Behandlung. 

Erkranken Kinder bereits früh an Heuschnupfen, ist das Risiko sehr hoch, dass die Allergie von den oberen Atemwegen auf die Lunge übergreift. Dies zeigen diverse Studien. Forschende konnten aber auch aufzeigen: Wird die Pollenallergie frühzeitig richtig behandelt, kann dieser Etagenwechsel eher verhindert werden. «Darum ist es sehr wichtig, dass bei Symptomen eines Heuschnupfens eine Abklärung durch die Ärztin, den Arzt erfolgt», sagt Brigitte Baru, Expertin bei aha! Allergiezentrum Schweiz.

Medikamente helfen
Das heisst: Neben dem Vermeiden des Kontakts mit Allergenen – was bei Kindern und Pollen nicht immer einfach ist – gilt es, die Symptome zu behandeln. Dabei reichen Antihistaminika, die die allergische Reaktion hemmen, häufig aus. Je nach Ausmass und Dauer der Beschwerden sind weitere medikamentöse Therapien sinnvoll: Dann kann der Allergologe oder die Allergologin lokal stärkere Medikamente verschreiben, wie etwa Nasensprays mit Kortison, um die Entzündung in der Nase zu reduzieren. «Auf keinen Fall sollte man mit einer Therapie warten, bis es bereits zum Asthma gekommen ist», betont Brigitte Baru, Expertin bei aha! Allergiezentrum Schweiz. 

Gute Erfolgsaussichten: Desensibilisierung 
Studien weisen darauf hin, dass eine Desensibilisierung bei Kindern – auch Allergenspezifische Immuntherapie (AIT) – das Risiko eines Etagenwechsels senken kann. Bereits ab fünf Jahren kann mit der Immuntherapie gestartet werden, wenn die Voraussetzungen dafür stimmen. 

Quelle: Klimek L et al. ARIA guideline 2019: treatment of allergic rhinitis in the German healthcare system. ARIA guideline 2019: treatment of allergic rhinitis in the German health system. Allergo J Int 2019;28:255–76.