aha!infoline weiss Rat

Was muss ich bei einer Hausstaubmilbenallergie beachten? Ich vertrage einige Lebensmittel schlecht, was soll ich tun? Welche Produkte eignen sich für meine sensible Haut?

aha! Allergiezentrum Schweiz - aha!infoline weiss Rat - Fragen und Antworten aus dem Alltag des BeratungstelefonsFragen wie diese werden unseren Beraterinnen an der aha!infoline immer wieder gestellt. Auf dieser Seite finden Sie eine kleine Auswahl an Beispielen. Auch Ihre Frage wird beantwortet – unter 031 359 90 50. 

Die nachstehende Liste wird fortlaufend ergänzt. Beachten Sie bitte: Die Antworten ersetzen nicht das Aufsuchen einer ärztlichen Fachperson. An der aha!infoline werden keine Diagnosen gestellt oder Therapien eingeleitet.

 

Oktober 2020

Heuschnupfen im Herbst?

Frage:
Liebe aha!infoline, seit einer Woche jucken und tränen meine Augen, sobald ich draussen bin. Wie bei Heuschnupfen. Dabei dachte ich, die Pollensaison ist vorüber. Haben Sie eine Idee, was mich plagt? Liebe Grüsse, Frau A.

Antwort:
Liebe Frau A. – Da praktisch keine Pollen in der Luft sind, ist es möglich, dass es sich bei Ihren Beschwerden um eine Schimmelpilzallergie handelt. Gerade an feuchtwarmen Herbsttagen ist die Konzentration der Pilzsporen draussen so hoch, dass sie allergische Symptome auslösen können. Aufpassen heisst es also etwa beim Waldspaziergang, beim Laubrechen oder bei Gartenarbeiten. 

Die Symptome sind sehr ähnlich wie bei einer Pollenallergie: Niesreiz, Fliessschnupfen, tränende Augen, Husten oder auch Asthma. Am besten lassen Sie sich allergologisch abklären, um eine sichere Diagnose zu erhalten. Als Therapie geht es in erster Linie darum, das Allergen möglichst zu meiden. Die Symptome lassen sich mit Antihistaminika behandeln, allenfalls in Kombination mit Kortison. Eine starke Schimmelpilzallergie kann aber auch ursächlich angegangen werden – mit einer allergenspezifischen Immuntherapie, einer so genannten Desensibilisierung.

Beste Grüsse, Ihre aha!infoline

 

September 2020

Allergisch auf Wespen?

Frage:
Liebe aha!infoline, letzte Woche hat mich eine Wespe in den Arm gestochen. Daraufhin ist er grossflächig und sehr schmerzhaft angeschwollen. Handelt es sich dabei um eine allergische Reaktion? Liebe Grüsse, Herr Z.

Antwort:
Lieber Herr Z. – Wir können Sie etwas beruhigen: Sie hatten vermutlich eine schwere Lokalreaktion, die keine Allergie und normalerweise auch nicht gefährlich ist.

Grundsätzlich gilt eine Schwellung bis zu 10 Zentimeter Grösse um die Einstichstelle als normal. Diese kann rot sein und jucken. Die Symptome verschwinden innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen wieder. Ist die Schwellung – wie bei Ihnen – grösser und dauert länger als 24 Stunden, spricht man von einer schweren Lokalreaktion. In beiden Fällen hilft es, die Hautstelle zu kühlen. Antihistaminika können zusätzlich den Juckreiz lindern.

Anders sind die Symptome bei einer Insektengiftallergie, die innerhalb von Minuten bis zu einer Stunde nach dem Stich auftreten: Juckreiz am ganzen Körper, Nesselfieber, Schwindel, Erbrechen bis hin zu Atemnot und Herzrasen. Mit Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder sogar Herz-Kreislauf-Kollaps kann diese starke allergische Reaktion – ein anaphylaktischer Schock – lebensgefährlich sein. Menschen mit einer Insektengiftallergie sollten immer ein Notfallset mit Antihistaminika, Kortison und eventuell auch einer Adrenalin-Fertigspritze auf sich tragen, das der Arzt, die Ärztin verschrieben hat. Nach einem Stich sofort anwenden und die Sanität rufen (144). Ist kein Notfallset vorhanden: Ruhe bewahren und sofort die Sanität anrufen. 

Beste Grüsse, Ihre aha!infoline

 

August 2020

Allergie beim Hund?

Frage:
Liebe aha!infoline, seit einer Woche kratzt und beisst sich mein Hund ständig am Unterbauch, so dass die Haut dort entzündet ist und schuppt. Flöhe hat er keine. Könnte es sich dabei um eine Allergie handeln? Liebe Grüsse, Herr I.

Antwort:
Lieber Herr I. – Nicht nur wir Menschen kämpfen mit Pollen und anderen Allergenen: Jeder fünfte Hund leidet an einer Allergie oder Intoleranz. Es ist also sehr gut möglich, dass auch Ihr Hund betroffen ist. Die häufigsten Allergieauslöser bei Hunden sind Pollen, Schimmelpilze oder Hausstaubmilben. Die Erkrankung äussert sich meistens – wie von Ihnen beschrieben – als atopisches Ekzem mit Rötungen, Juckreiz und entzündeter Haut. Wir empfehlen Ihnen, einen Termin bei Ihrem Tierarzt, Ihrer Tierärztin zu vereinbaren, damit eine Diagnose gestellt werden kann. Die Therapie ist ähnlich wie beim Menschen: die allergieauslösenden Substanzen möglichst meiden. Auch Medikamente kommen zum Einsatz und in manchen Fällen hilft eine Desensibilisierung.  

Beste Grüsse, Ihre aha!infoline

 

Juni 2020

Auf Früchte allergisch?

Frage:
Liebe aha!infoline, ich liebe den Sommer und seine Früchte. Doch scheine ich nicht immer gut auf Erdbeeren und Co. zu reagieren: Nach meinem morgendlichen Smoothie bekomme ich Bauschmerzen. Vertrage ich sie nicht? Liebe Grüsse, Frau M.

Antwort:
Liebe Frau M. – Es kann leider gut sein, dass Sie – so wie fast 15 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer – an einer Fruchtzucker-Unverträglichkeit (Fruktosemalabsorption) leiden. Dies ist keine Allergie, sondern eine Störung im Verdauungstrakt: Ihr Dünndarm kann den Fruchtzucker nicht ausreichend aufnehmen, ein Teil wird im Dickdarm abgebaut – mit möglichen Beschwerden: Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen, Durchfall, Druckgefühl im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Aufstossen. Diagnostiziert wird die Fruktosemalabsorption durch einen H2-Atemtest beim Arzt oder der Ärztin; anschliessend wird mit einer Ernährungsberaterin, einem Ernährungsberater die individuelle Verträglichkeit eruiert. Die gute Nachricht: Meistens vertragen Betroffene eine gewisse Menge an Früchten – zum Beispiel über den Tag verteilt. Oder wenn Obst in Kombination mit anderen Lebensmitteln wie etwa Müesli oder Joghurt gegessen wird. Sie dürfen sich also wahrscheinlich weiter auf Erdbeeren und Co. freuen! Beachten Sie jedoch, dass Bauchschmerzen auch andere Ursachen haben können. Wir empfehlen Ihnen deshalb, sich allenfalls auch mit Ihrem Hausarzt oder einer Ernährungsberaterin abzusprechen.

Beste Grüsse, Ihre aha!infoline

 

Mai 2020

Neurodermitis – was anziehen?

Frage:
Liebe aha!infoline, meine zweijährige Tochter leidet an einem atopischen Ekzem. Dies diagnostizierte die Kinderärztin vor einer Woche. Sie hat Ekzeme an den Armen und Beinen. Nun bin ich unsicher, auf was ich bei der Wahl der Kleidung achten sollte. Könnten Sie mir ein paar Tipps geben? Liebe Grüsse, Frau I.

Antwort:
Liebe Frau I. – Es ist in der Tat wichtig, dass die Kleidung auf die besonders empfindliche Haut Ihrer Tochter abgestimmt wird. Wir raten in unseren Neurodermitis-Schulungen jeweils zu Folgendem:

  • Direkt auf der Haut nur weiche Stoffmaterialien tragen: glatte Seide, Viscose, Lyocell, gekämmte Baumwolle, sehr feine oder ultrafeine Merinowolle (Faserdicke <20 μm)
  • Wolle und Stoffe vermeiden, die nicht atmungsaktiv sind
  • Kleider mit antimikrobieller Beschichtung oder Baumwollwäsche mit Silberfäden können den Zustand der Haut verbessern
  • Nicht zu warme, sondern leichte, luftdurchlässige Kleidung wählen
  • Kleideretiketten entfernen, da sie reizen können
  • Innenseite der Unterwäsche nach aussen tragen, da die Nähte reizen können
  • Keine Polyesterstrumpfhosen anziehen, besser sind lange Unterhosen
  • Helle Kleider tragen, dunkle Farbstoffe können reizen
  • Bettwäsche aus Leinen oder Baumwolle wählen; Frotteewäsche kann reiben und reizen
  • Als Schlafanzug kann ein Neurodermitis-Anzug dienen
  • Beim Kleiderwaschen darauf achten, dass das Waschmittel vollständig ausgewaschen ist   
  • Statt Weichspüler eine kleine Menge Essig verwenden
  • Neue Waschmittel immer erst testen

Diese und noch weitere wichtige Informationen finden Sie übrigens in unserem «Ratgeber bei atopischer Dermatitis»; den Sie kostenlos herunterladen können unter aha!shop.

Beste Grüsse, Ihre aha!infoline

 

März 2020

Vierzehn allergene Pflanzen?

Frage:
Liebe aha!infoline, als Heuschnupfengeplagter beginne ich momentan jeden Tag mit einem Blick auf die App Pollen-News. Dabei ist mir etwas aufgefallen: Warum werden eigentlich nur die Pollenbelastungen von vierzehn Bäumen, Sträuchern und Gräsern angezeigt? Was ist mit anderen blühenden Pflanzen, sind die nicht schlimm? Ich bin gespannt auf Ihre Antwort. Herzlich, Herr Z., 51 Jahre

Antwort:
Lieber Herr Z. – In der App werden jene vierzehn Pollenarten angezeigt, welche in der Schweiz am häufigsten eine Pollenallergie auslösen. In Zahlen bedeutet dies: Für rund 95 Prozent der Pollenallergien sind in der Schweiz gerade einmal sechs Pflanzen verantwortlich – Gräser, Birken, Eschen, Haseln, Erlen und Beifuss. Die stark allergene Ambrosia wird ebenfalls zu den wichtigen 14 Pollenarten gezählt, obwohl die Pflanze in der Schweiz glücklicherweise nicht weit verbreitet ist; aber bei der Ambrosia reichen nur wenige Pollenkörner in der Luft, um Reaktionen auszulösen. Ebenfalls auf der Liste sind jene fünf Pollenarten, deren allergenes Potenzial als mässig gilt: Hagebuche, Platane, Buche, Eiche, Edelkastanie, Ampfer und Wegerich. Was nicht heisst, dass andere Pollenarten keine Allergien auslösen können – das passiert einfach selten.

Gut möglich, dass in den nächsten Jahren weitere Pollenarten mit Allergiepotenzial dazukommen. Etwa, wenn durch den Klimawandel neue allergene Pflanzen wie die Zypresse bei uns heimisch werden. 

Beste Grüsse, Ihre aha!infoline

 

Januar 2020

Backen ohne Ei

Frage:
Liebe aha!infoline, mein zweijähriger Sohn leidet an einer Allergie auf Hühnerei. Das stellt mich als grosse Backliebhaberin vor ein paar Herausforderungen. Gibt es vielleicht ein paar Tipps, wie ich Eier in Kuchen, Muffins oder anderem süssen Gebäck ersetzen kann? Vielen Dank für Ihre Antwort. Liebe Grüsse, Frau J., 34 Jahre

Antwort:
Liebe Frau J. – Da das Ei beim Backen meistens nicht für den Hauptgeschmack gebraucht, sondern als Binde- oder Backtriebmittel genutzt wird, stehen Ihnen einige Möglichkeiten offen. Es gibt etwa spezielle Ei-Ersatz-Pulver. Ihre Inhaltsstoffe sind meist Stärke, Mehl sowie ein Backtriebmittel. Ein Ei lässt sich aber – je nach Rezept – auch durch andere pflanzliche Alternativen ersetzen. Für süsse Omeletten, Muffins oder Cookies eignet sich zum Beispiel eine halbe reife Banane. Wenn diese sehr reif ist, kann sie einen leichten Eigengeschmack hinterlassen. Bei Rezepten mit Schokolade oder Nüssen lässt sich 1 Ei durch 1 Esslöffel (EL) gemahlene Leinsamen ersetzen, die vorher in 3 EL Wasser quellen. Für Kuchen, Muffins oder andere süsse Backwaren nimmt man 3 EL Apfelmus. Mehr als vier Eier aufs Mal sollte man aber wegen des Geschmacks der Alternativen nicht ersetzen. Bei schweren und weichen Backwaren wie Brownies oder auch bei Cremes kann ein Ei durch 50 – 60 g pürierten Seidentofu ausgetauscht werden. Für Rührteige eignet sich übrigens ein gestrichener EL Sojamehl oder Kichererbsenmehl. Zu guter Letzt: Eine pflanzliche Alternative zu Eischnee ist Aquafaba – das dickflüssige Kochwasser von Kichererbsen und Bohnen.

Viel Spass beim Ausprobieren! Ihre aha!infoline

 

Dezember 2019

Allergisch auf Weihnachtsguetzli?

Frage:
Liebe aha!infoline, nachdem ich gestern ins Anischräbeli gebissen habe, fühlte sich plötzlich meine Zunge so pelzig an und im Rachen kribbelte es. Bin ich jetzt etwa auch noch allergisch auf Weihnachtsguetzli oder den Anis darin? Ich leide bisher «nur» an einer Pollenallergie. Liebe Grüsse, Herr P., 57 Jahre

Antwort:
Lieber Herr P. – Da Sie auf Pollen allergisch reagieren, handelt es sich in Ihrem Fall vermutlich um eine Kreuzreaktion auf Gewürze wie zum Beispiel Anis. Das heisst: Da die Strukturen von Pollenallergenen und bestimmten Nahrungsmittelallergenen ähnlich sind, werden diese vom Immunsystem nicht unterschieden und dieses reagiert folglich auf beide Allergieauslöser. Gewürze, die in vielen Weihnachtsleckereien wie etwa Lebkuchen oder Glühwein enthalten sind, können bei Pollenallergikerinnen und -allergikern Beschwerden verursachen. In der Regel beschränken sich diese auf den Bereich des Mundes wie ein Kribbeln im Mund, leichte Schwellungen oder eben eine pelzige Zunge. Deswegen empfehlen wir Ihnen, beim Verzehr von Anischräbeli vorsichtig zu sein und bei Reaktionen am besten ganz darauf zu verzichten. Am besten wählen Sie Alternativen ohne Gewürze wie etwa Spitzbuben, Mailänderli oder Sablés.

Vorweihnachtliche Grüsse, Ihre aha!infoline

 

Oktober 2019

Fondue trotz Laktoseintoleranz?

Frage:
Liebe aha!infoline, ich vertrage keine Laktose. Nächstes Wochenende bin ich an ein Fondue-Essen eingeladen. Ich habe schon lange keines mehr gegessen und würde es gerne wieder einmal versuchen. Oder sollte ich besser absagen? Liebe Grüsse, Frau K., 26 Jahre

Antwort:
Lieber Frau K. – Sie können die Einladung zum Fondue-Essen annehmen. Ins Caquelon kommen meistens nur gereifte Käsesorten (etwa Gruyère, Vacherin, Emmentaler), die fast keine oder nur noch wenig Laktose enthalten.

Während des Reifeprozesses wird im Käse die Laktose durch die Milchsäurebakterien abgebaut. Aus diesem Grund sind Halbhart- und Hartkäsesorten mit mehreren Monaten Reifezeit so gut wie frei von Milchzucker. Beim Fondue wird eine grosse Portion an Käse und Brot gegessen, was grundsätzlich in der Kombination nicht ganz einfach verdaulich ist. Das liegt aber am Fettgehalt und nicht am Milchzucker. 

Tipp: Bei Einladungen können Enzymtabletten, welche Laktase enthalten, zum Essen eingenommen werden. So können Sie das Essen geniessen und bleiben beschwerdefrei.

E Guete & liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

 

September 2019

Jetzt Heuschnupfen loswerden? 

Frage:
Liebe aha!infoline, jetzt im Herbst habe ich endlich Ruhe vor meinem Heuschnupfen. Nun meinte aber eine Freundin, dass jetzt der ideale Zeitpunkt wäre, um mit einer Desensibilisierung zu starten. Stimmt das? Liebe Grüsse, Herr M., 43 Jahre.

Antwort:
Lieber Herr M. – Ihre Freundin hat Recht. Weil im Herbst keine Pollen mehr fliegen, ist dies der beste Zeitpunkt, um mit einer Desensibilisierung zu starten. Der Körper ist kaum mehr Pollen-Allergenen ausgesetzt und er kann langsam und sanft an diese gewöhnt werden. Viele Betroffene spüren meist im folgenden Frühjahr deutlich weniger Symptome. Der Ablauf einer Desensibilisierung oder auch Spezifischen Immuntherapie genannt, ist wie folgt: Mittels Haut- und Bluttests prüft der Allergologe, die Allergologin, welche Stoffe bei Ihnen eine allergische Reaktion auslösen.

Diesem individuellen Profil entsprechend wird die Therapielösung mit Allergenen zusammengestellt, die Ihnen unter ärztlicher Aufsicht in den Oberarm injiziert oder als Tabletten/Tropfen unter die Zunge gelegt wird. Dies wird zuerst in kürzeren, danach in längeren Zeitabständen wiederholt, die Dosis erhöht und so wird Ihr Immunsystem langsam an die Allergene gewöhnt. Die Therapie dauert drei bis fünf Jahre und es ist wichtig, dass sie lückenlos durchgeführt wird. Die Erfolgsquote, dass Sie keine allergischen Beschwerden mehr haben, liegt bei 65 Prozent. 

Liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

 

Juni 2019

Glace mit Gluten?

Frage:
Liebe aha!infoline, mein älterer Sohn verträgt kein Gluten. Da es nun vielerorts Glace im Offenverkauf gibt, möchte ich mich vergewissern, ob auch er ab und zu eine geniessen kann – solange natürlich kein Biscuit oder Brownie enthalten sind. Stimmt das so? Liebe Grüsse, Frau B., 28 Jahre.

Antwort:
Liebe Frau B. – Bei Glaces im Verkauf über die Theke ist ein möglicher Glutengehalt nicht auf den ersten Blick erkennbar. Es werden heute immer mehr Glaces aus Pulvermischungen hergestellt, die zum Teil Gluten enthalten. Das hat zur Folge, dass eine Glace vom Namen her zwar glutenfrei klingt (zum Beispiel Snickersglace® oder KinderSurprise®), jedoch in der Mischung Mehl enthält. Gemäss Lebensmittelgesetzgebung müssen Anbieter von offen verkauften Lebensmitteln Auskunft über Allergen- und Glutengehalt der Produkte geben können. Wir empfehlen darum Ihnen und Ihrem Sohn, dass Sie jeweils beim Verkäufer bezüglich der Zutatenliste nachfragen, auch bei Sorbets. Ein Glace-Genuss ist aber nur dann möglich, wenn aus jedem Glacebehälter mit einem eigenen und sauberen Löffel geschöpft wird.

Liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

 

Mai 2019

Ans Steuer mit Antihistaminika?

Frage:
Liebe aha!infoline, aufgrund meiner Pollenallergie muss ich regelmässig Antihistaminika einnehmen. Ich habe gelesen, dass dadurch die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt wird. Stimmt das wirklich, auf was muss ich achten? Liebe Grüsse, Frau S., 41 Jahre.

Antwort:
Liebe Frau S. – Allergien belasten fast zwei Millionen Menschen in der Schweiz und viele Betroffene nehmen wie Sie gegen tränende und verquollene Nasen- und Augenschleimhäute Antihistaminika ein. Diese unterbrechen die allergische Reaktion, können jedoch als Nebenwirkung tatsächlich müde machen. Das gilt aber hauptsächlich für ältere Medikamente, die die Blut-Hirn-Schranke passieren und bestimmte Rezeptoren im zentralen Nervensystem blockieren – was Müdigkeit und Schläfrigkeit hervorrufen kann. Darum ist Vorsicht geboten, wenn man sich dann ans Steuer setzt.

Neuere Medikamente basieren auf einem anderen Wirkungsmechanismus und sind weniger dämpfend. Sie verfügen auch über eine längere Wirkungsdauer, weshalb sie nur noch einmal im Tag verabreicht werden.

Wir raten Ihnen auf alle Fälle, das Gespräch mit Ihrer Allergologin, Ihrem Allergologen zu suchen, damit Ihnen das für Sie geeignete Medikament verschrieben wird. 

Liebe Grüsse und eine sichere Fahrt! Ihre aha!infoline

 

April 2019

Brille oder Linsen bei Heuschnupfen?

Frage:
Liebe aha!infoline, ich bin allergisch auf Hasel- und Birkenpollen und weiss nicht recht, ob es grundsätzlich besser ist, in dieser Zeit die Brille zu tragen. Obwohl ja die Kontaktlinsen direkt auf dem Auge liegen und daher einen guten Schutz bieten sollten, sind meine Augen immer gerötet und jucken wahnsinnig. Ich bin etwas verzweifelt. Was soll ich tun? Liebe Grüsse, Frau P., 24 Jahre.

Antwort:
Liebe Frau P. – Pollenallergiker sollten besser eine Brille tragen. Jedenfalls an Tagen, an denen viele Pollen fliegen und ganz sicher, wenn die Augen schon gereizt sind und jucken. Wenn sich nämlich Allergene von Pollen an die Linsen haften und unter diese geraten, können sie die Bindehaut zusätzlich reizen. Wichtig ist, bei Kontaktlinsen eine Sonnenbrille zu tragen, die schon mal als Barriere gegen die Pollen dient. Antihistaminika gegen den Heuschnupfen können die Augen auch austrocknen; Linderung schaffen künstliche Tränen, spezielle Augentropfen, die die Augen befeuchten. 

Sollten Sie dennoch Linsen bevorzugen, ist es wichtig, diese nach längerem Tragen sehr gründlich zu reinigen. Falls Sie Tageslinsen benutzen, die nach einmaligem Einsatz entsorgt werden, haben Sie den Vorteil, dass die Allergene, die allenfalls daran haften, ebenfalls gleich weg sind. Falls Sie sich für die Brille entscheiden, haben wir eine gute Nachricht zum Schluss: Brillengläser halten die Pollen von den Augen fern.

Liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

 

Januar 2019

Luftbefeuchter anschaffen?

Frage:
Liebe aha!infoline, ich leide an Atemwegsallergien und im Winter, wenn es in den beheizten Räumen so trocken ist, habe ich grosse Probleme mit meinen Schleimhäuten. Ist es zu empfehlen, einen Luftbefeuchter anzuschaffen oder ist ein solcher wirklich nur ein Bakterienherd? Vielen Dank für Ihre Antwort, liebe Grüsse, Herr K., 52 Jahre.

Antwort:
Lieber Herr K. – trockene Schleimhäute sind unangenehm und können allergische Symptome tatsächlich verschlimmern. Dennoch sollten Luftbefeuchter nur eingesetzt werden, wenn die Luftfeuchtigkeit bei einer Temperatur von 20 bis 21 Grad während mehrerer Wochen weniger als 30 Prozent beträgt und Symptome wie Haut- oder Augenreizungen oder vermehrt Erkältungen auftreten. 

Wenn Sie einen Luftbefeuchter nutzen möchten, ist es wichtig, die Luftfeuchtigkeit ständig zu kontrollieren und das Gerät gemäss Herstellerangaben zu warten. Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt drinnen zwischen 30 und 50 Prozent. Liegt sie darüber, vermehren sich Hausstaubmilben verstärkt und es kommt eher zu einem Schimmelpilzbefall.  

Dass die Luft als trocken empfunden wird, kann auch andere Gründe haben als eine geringe Luftfeuchtigkeit und es helfen oft schon einfache Tricks: Räume nicht zu stark heizen, Staub und Reizstoffe verringern, nicht übermässig Kerzen abbrennen, regelmässiges Durchlüften und Zimmerpflanzen aufstellen – sie verdunsten viel Wasser. Nicht geeignet für Allergiker sind aber unter anderem: Euphorbia, Gummibäume (Ficus), Kakteen, Weihnachtsstern, Yucca, Dieffenbachie. 

Weitere Informationen zu Allergieauslöser und Reizstoffe in Innenräumen finden Sie in unserer Broschüre und unter folgendem Link zum Thema Luftbefeuchter auf der Seite des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

 

Oktober 2018

Erdnussallergiker: Vorsicht beim Küssen

Frage:
Liebe aha!infoline, ich leide an einer sehr starken Erdnussallergie. Kann küssen für mich gefährlich werden? Liebe Grüsse, Frau M., 24 Jahre.

Antwort:
Lieber Frau M. – tatsächlich könnte Ihnen ein Kuss gefährlich werden: Hat Ihr Partner Erdnüsse gegessen, ist kurz danach eine hohe Menge der Allergieauslöser (Allergene) im Speichel nachweisbar. Diese könnte genügen, um durch den Kontakt beim Küssen eine allergische Reaktion bei Ihnen auszulösen. Es gibt Hinweise, dass die Erdnussallergene nach einigen Stunden dann nicht mehr im Mund nachweisbar sind. Leider scheinen Zähneputzen oder Kaugummikauen diese Dauer nicht zu verkürzen. Unser Rat: Am sichersten ist es für Sie, wenn Ihr Partner während der gemeinsamen Zeit auf Erdnüsse verzichtet. Ist dies keine Option, empfehlen wir Ihnen, einige Stunden mit Küssen zu warten, wenn Ihr Partner Erdnüsse gegessen hat. 

In jedem Fall ist es aber wichtig, dass Sie stets auch Ihre Notfallmedikamente bei sich haben und Ihr Umfeld über Ihre Allergie informieren.

Liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

 

September 2018

Mythos Sonnenallergie

Frage:
Liebe aha!infoline, zu Beginn meiner Strandferien hatte ich plötzlich rote Pusteln und juckende Quaddeln auf meinen Schultern. Ein paar Tage später waren diese weg. Bin ich allergisch auf die Sonne? Liebe Grüsse, Herr K., 47 Jahre.

Antwort: 
Lieber Herr K. – Umgangssprachlich bezeichnet man Hautreaktionen, die durch die Sonne ausgelöst werden, oft als Sonnenallergie. Meist handelt es sich aber nicht um eine klassische allergische Reaktion: Die Haut reagiert auf die ungewohnt hohe UVA- und/oder UVB-Strahlung – in manchen Fällen in Kombination mit Inhaltsstoffen von Kosmetikprodukten. Um sich künftig besser zu schützen, empfehlen wir: die Haut langsam an die Sonne zu gewöhnen, fett- und emulgatorfreie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor zu verwenden und auf Parfüms zu verzichten. Für die Diagnostik und passende Behandlung wenden Sie sich am besten an Ihren Arzt; Ihre Ärztin.

Liebe Grüsse, Ihre aha!infoline

 

Juni 2018

Heuschnupfen im Süden?

Frage:
Liebe aha!infoline, ich bin allergisch auf verschiedene Pollenarten und nun reisen wir nach Italien in die Sommerferien. Welche Bäume und Gräser lösen dort Heuschnupfen aus? Muss ich mich auf grosse Beschwerden vorbereiten? Liebe Grüsse, Frau M., 38 Jahre.

Antwort: 
Liebe Frau M. – im Mittelmeerklima wachsen neben den momentan auch hier blühenden Gräsern auch andere Pflanzenarten, die wichtig für Allergien sind: Das ist etwa der Olivenbaum, der bei einer Eschen-Sensibilisierung allergische Beschwerden verursachen kann. Allergen wirken auch die Zypresse und das Glaskraut (Parietaria), das bis in den Oktober hineinblüht. Wir empfehlen auf jeden Fall, die Pollenprognose im Land zu verfolgen. Links zu den Pollenflugdaten in Italien und anderen europäischen Ländern finden Sie auf unserer Webseite www.pollenundallergie.ch.

Liebe Grüsse und schöne Ferien! Ihre aha!infoline

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