Komplementärmedizin

Unabhängige Informationen zum Thema Komplementärmedizin in Bezug auf die Themen Allergien, Haut und Asthma.

Menschen mit Allergien, Unverträglichkeiten, Haut- und Atemwegsproblemen zeigen grosses Interesse an Informationen zu Behandlungsmethoden, die ergänzend zu den schulmedizinischen Therapien eingesetzt werden können. aha! Allergiezentrum Schweiz informiert unabhängig zu diesen Methoden.

Komplementäre Therapiemethoden

Komplementärmedizin umfasst eine Vielzahl von Verfahren, die zusätzlich zur konventionellen Medizin angewendet werden. Dazu gehören ganze Therapiesysteme wie beispielsweise die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), aber auch einzelne Vitamine und Spurenelemente wie Vitamin C oder Selen, die als Nahrungsergänzung eingesetzt werden. Zu den in der Schweiz häufig angewendeten Verfahren zählen u.a. die Akupunktur und die Phytotherapie. (Quelle: www.iki.usz.ch)

Im Jahr 2009 hat die Schweizer Bevölkerung den Verfassungsartikel zu einer besseren Berücksichtigung der Komplementärmedizin angenommen. Seit 2012 vergütet die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) die ärztlichen Leistungen der anthroposophischen Medizin, der traditionellen chinesischen Medizin, der Homöopathie und der Phytotherapie. Diese Kostenübernahme war jedoch bis Ende 2017 befristet.

An seiner Sitzung vom 16. Juni 2017 hat der Bundesrat die neuen Verordnungsbestimmungen genehmigt, welche die komplementärmedizinischen ärztlichen Leistungen den anderen von der OKP vergüteten medizinischen Fachrichtungen gleichstellen. Die neuen Regelungen treten per 1. August 2017 in Kraft. Weitere Informationen dazu hier.


Die vier anerkannten Methoden und ihre Grundlagen aus traditioneller Sicht werden hier kurz vorgestellt:

Anthroposophische Medizin

Die anthroposophische Medizin basiert auf den Erkenntnissen von Rudolf Steiner und wurde von ihm und der Ärztin Ita Wagner begründet. Sie stellt den Menschen und sein Wesen in den Mittelpunkt.

Die Grundlage der anthroposophischen Medizin sind die vier Wesensglieder: Ich, Seelenleib (Astralleib) und Bildkräfteleib (Ätherleib) verkörpern sich im physischen Leib. Die Tätigkeiten der Wesensglieder sind aufeinander abgestimmt. Wenn die Tätigkeit eines der drei Wesensglieder übermässig ist, kommt es zu Störungen (Krankheiten). In der Therapie wird entsprechend versucht, das richtige Verhältnis der Wesensglieder wieder herzustellen.

Anthroposophische Arzneimittel bestehen aus mineralischen, pflanzlichen und tierischen Substanzen. Zur anthroposophischen Therapie gehören auch Bewegungstherapie (Heileurythmie), Musik- und Maltherapie, Biografiearbeit, Wickel und anderes.

Homöopathie

Der Begründer der Homöopathie ist Samuel Hahnemann. Nach einem Selbstversuch mit Chinarinde hat er das Simileprinzip als Grundlage der Homöopathie beschrieben (simila similibus curentur = Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden). Krankheit ist gemäss der Homöopathie ein Zustand der Verstimmtheit der Lebenskraft (Dynamis). Die Verstimmtheit ist Folge von schädlichen Einwirkungen von aussen und ist anhand der Symptome zu erkennen. Heilung erfolgt, indem die verordnete Arznei eine Art Kunstkrankheit erzeugt, die die verstimmte Dynamis umstimmt.  

Homöopathische Arzneimittel gehen meist auf pflanzliche, tierische oder mineralische Substanzen zurück. Der Ausgangsstoff wird potenziert (verdünnt und verschüttelt), so dass die verwendeten Arzneimittel schlussendlich meist hoch verdünnt zur Verfügung stehen. Welcher Arzneistoff in welcher Potenzierung angewendet wird, entscheidet der homöopathische Arzt nach einer ausführlichen Anamnese.

Phytotherapie

Pflanzen werden bereits seit der Antike genutzt und in allen traditionellen Medizinrichtungen (traditionell europäische Medizin, TCM, Ayurveda,) als Heilmittel eingesetzt. Phytotherapie ist definiert als Anwendung von Pflanzen, Pflanzenteilen (z.B. Wurzeln, Blüten), Pflanzenbestandteilen (z.B. ätherischen Ölen) oder Zubereitungsarten daraus (z.B. Extrakte) zu therapeutischen Zwecken. 

Bei einer phytotherapeutischen Behandlung wird in Wirkprinzipien gedacht: antientzündlich, abschwellend, spasmolytisch (krampflösend), antimikrobiell etc. Je nach gewünschter Wirkung werden Pflanzen mit entsprechender Wirkung angewendet. Die häufigsten Anwendungsformen sind Tees, flüssige Extrakte, Trockenextrakte oder die direkte Einnahme zerkleinerter Pflanzenteile.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Die traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist ein mehr als 2500 Jahre altes Medizinsystem, das sich in China aus der taoistischen Philosophie entwickelt hat. Dazu gehört das Konzept von Yin und Yang, welches veranschaulicht, dass alles miteinander verbunden ist. Das sogenannte Qi, stellt laut der TCM die Grundsubstanz des Lebens dar und fliesst in sogenannten Leitbahnen (Meridianen). 

Die fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser beschreiben den ewigen Kreislauf der Natur. Bei einem Ungleichgewicht in einem der Elemente kann es nach der Theorie der TCM es zu entsprechend zugeordneten Beschwerden und Krankheiten kommen. Auslöser eines Ungleichgewichts können Emotionen (z.B. Zorn, Freude/Erregung), äussere Ursachen (z.B. Wind, Kälte, Trockenheit) oder sonstige Ursachen (z.B. Diätfehler, Verletzungen) sein. Die Gesunderhaltung und Therapie des Menschen basiert auf dem Ausgleich der Elemente. Dies kann mit folgenden Methoden erreicht werden: Akupunktur, Schröpfen, chinesische Arzneimitteltherapie, chinesische Ernährungslehre, Qigong und Tai-Chi oder Tuina-Massage. Oft werden verschiedene Therapien kombiniert.

Akupunktur

Akupunktur gehört zur Traditionell Chinesischen Medizin beruht auf der Vorstellung, dass der Körper von Leitbahnen (Meridianen) durchzogen wird, in denen das Qi fliesst. Auf den Meridianen liegen Akupunkturpunkte, an denen der Qi-Fluss besonders gut reguliert werden kann. Ein Akupunkturpunkt kann verschiedene Funktionen haben. Je nach Beschwerden werden die entsprechenden Punkte gestochen. Neben der klassischen Akupunktur mit Nadeln kann auch Akupressur (Massagetechnik an Akupunkturpunkten) oder Ohrakupunktur (geht davon aus, dass alle Körperareale am Ohr repräsentiert werden) angewendet werden.

Quelle: Checkliste Komplementärmedizin, Roman Huber, Andreas Michalsen (Hrsg.), Haug Verlag


Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.

 

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