Pollenallergie

Die Pollenallergie (Heuschnupfen) ist die häufigste allergische Erkrankung in unseren Breitengraden. Typische Symptome sind Fliessschnupfen, Niesattacken, tränende Augen. Die Allergie tritt selten vor dem dritten Lebensjahr auf. In der Regel beginnen die Beschwerden ab Schulalter. Von den rund 3'500 Pflanzen in der Schweiz sind nur etwa 20 für Pollenallergiker von Bedeutung.

Ursachen und Auslöser von Pollenallergie

Die Pollenallergie (Heuschnupfen), deren Veranlagung oft vererbt wird, ist eine Reaktion auf eine oder mehrere Pollenarten. Dabei reagiert das Immunsystem auf die an sich harmlosen Eiweisse der Pollen. Durch das Einatmen oder den direkten Kontakt mit den Pollen wird bei Allergiebetroffenen Histamin ausgeschüttet, das zu einer Entzündung der Bindehaut der Augen und der Nasenschleimhaut führt.

Symptome von Pollenallergie

Folgende Beschwerden können auftreten: Niesattacken, Fliessschnupfen (Rhinitis), verstopfte Nase, juckende und tränende Augen, Juckreiz in Gaumen, Nase und Ohren. Angestauter Schleim in den Nasennebenhöhlen kann zu Kiefer- und Kopfschmerzen führen. Eine über eine längere Zeit unbehandelte Pollenallergie kann sich zu einem allergischen Asthma entwickeln, dem sogenannten Etagenwechsel.

Diagnose und Differenzialdiagnose

Die Diagnose wird mit einer umfassenden Anamnese, mittels Haut- und Bluttests gestellt. Bei einer Hausstaubmilben- oder Schimmelpilzallergie können ähnliche Symptome auftreten. Unterschiede lassen sich vor allem beim örtlichen und zeitlichen Auftreten der Beschwerden ausmachen. Es lohnt sich also, sie genau zu beobachten.

Therapie und Behandlung

Zur Behandlung der Symptome bei einer Pollenallergie können verschiedene Medikamente in Form von Nasensprays, Augentropfen oder Tabletten/Tropfen eingesetzt werden. Zu den wichtigsten Wirkstoffgruppen gehören Antihistaminika, Kortikosteroide (Kortisonpräparate), Leukotrienantagonisten und Mastzellstabilisatoren. Mehr Informationen zu den Wirkstoffgruppen mit ihren Wirkmechanismen sind auf der Seite «Behandlung der Pollenallergie» zu finden. Die Desensibilisierung/Spezifische Immuntherapie (SIT) ist bis heute die einzige Möglichkeit, die Beschwerden einer Pollenallergie ursächlich zu behandeln. Sie bedingt eine allergologische Abklärung durch den Facharzt. Gewisse Therapien aus der Komplementärmedizin können ebenfalls erfolgreich Symptome lindern. Welche Therapieform geeignet ist, sollte mit dem entsprechenden Therapeuten besprochen werden.

Tipps und Tricks

Genaue Informationen zum Pollenflug in der Schweiz sind zu finden unter www.pollenundallergie.ch. Die europäischen Pollenflugdaten werden in verschiedenen Sprachen unter www.polleninfo.org publiziert.

Um die Beschwerden zu reduzieren:

  • Während der Pollensaison nur kurz stosslüften. Bei längeren Regenphasen oder wenn Pollengitter an den Fenstern montiert sind, kann ausgiebiger gelüftet werden.
  • Im Auto Pollenfilter montieren und diese gut warten.
  • Vor dem Schlafengehen die Haare waschen.
  • Wäsche nicht im Freien trocknen lassen.
  • Bei erhöhter Pollenkonzentration in der Luft, bei schönem, windigem Wetter ist nur ein kurzer Aufenthalt an der frischen Luft ratsam, Sonnenbrille tragen.
  • Jede Art von Indoor-Sport ist geeignet.
  • Mit medikamentöser Behandlung können sich Betroffene meist auch draussen ohne weitere Probleme bewegen.
  • Antihistaminika rund 1 Stunde vor sportlichen Aktivitäten einnehmen.
  • Vor grosser körperlicher Anstrengung nur «sichere» Nahrungsmittel und Getränke einnehmen, da der Körper unter Stress schneller allergisch reagiert als sonst.
  • Wer an Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel leidet, sollte auf den Konsum von Obst und Nüssen vor sportlichen Aktivitäten verzichten

Zahlen und Fakten

In der Schweiz sind rund 1,2 Millionen Menschen, also etwa 15–20 % der Bevölkerung betroffen. Die Blüte eines einzigen Grashalms enthält rund 4 Millionen Blütenpollen. Zu den Blütenpollen, die keine Allergie auslösen, gehören die Nadelhölzer. Als gelber Staubniederschlag im Frühling gut sichtbar, bewirken sie allenfalls eine Reizung der Bindehaut.
 

Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.

 

aha! Allergiezentrum Schweiz hilft

  • Die Broschüren «Pollenallergie», «Behandlung der Pollenallergie», «Pollenratgeber», «Spezifische Immuntherapie» sowie der «Pollenkalender» informieren ausführlich zum Thema Heuschnupfen.
  • Der Schnupfentest kann Auskunft über eine mögliche Pollenallergie geben und aufzeigen, wann ein Arzt konsultiert werden soll.
  • Die Applikation «Pollen-News» für Smartphones – praktische Pollenflug-Info für unterwegs.
  • Kennen Sie unsere anderen Applikationen für Smartphone: Asthma-Info, e-symptoms, AllergiePass?
  • Mit dem Test Asthmakontrolle können Sie den Umgang mit Ihrem Asthma besser einschätzen. Ihre Einschätzung wird es Ihrem Arzt oder Ihrem Apotheker ermöglichen, die Therapie Ihres Asthmas optimal zu gestalten. Zu Gunsten Ihrer Lebensqualität!
  • Die Webseite www.pollenundallergie.ch gibt Aufschluss über den Pollenflug, die allergenen Pflanzen, den Blühbeginn der allergenen Pflanzen sowie weitere wichtige Informationen für Pollenallergie-Betroffene.
  • Der Fragenkatalog «Habe ich eine Allergie?» unterstützt Betroffene und Ärzte bei der Diagnosestellung.
  • Fachpersonen der aha!infoline beantworten persönliche Fragen: Montag bis Freitag, 08.30–12.00 Uhr.
  • Mit dem Schweizer Allergie-Gütesiegel ausgezeichnete Produkte und Dienstleistungen – ein Zusatznutzen für Betroffene.
  • aha!kinderlager für allergiebetroffene Kinder im Alter zwischen 8–12 Jahren: abwechslungsreiche Ferientage mit viel Sport, Spiel und Fitness. Fachgerecht betreut, lernen die Kinder einen verbesserten Umgang mit ihrer Allergie und/oder dem Asthma.
  • aha!jugendcamp für Jugendliche zwischen 13–16 Jahren: ein breites Sport- und Freizeitangebot,  fachkundige Leiter thematisieren auch Aspekte von allergischen Erkrankungen im Jugendalter.
  • Schulungen und Kurse zu den Themen «Allergie, Asthma, chronische Bronchitis», «Anaphylaxie» und «Neurodermitis»
  • Suchen Sie den Austausch mit anderen? Oder möchten Sie im Betroffenenrat mitwirken? Damit wir uns in Zukunft noch stärker an den Bedürfnissen der Betroffenen ausrichten können.
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