Kreuzreaktionen

Wer auf Birken- und andere Baumpollen allergisch ist, reagiert aufgrund einer Kreuzreaktion oft auch auf gewisse Nahrungsmittel (sekundäre Allergie).

Frau mit Apfel - Kreuzreaktionen - aha! Allergiezentrum Schweiz - Infos zu Allergien - © Foto: iStock_000016313550XSmall

Das Phänomen der Kreuzreaktion (oder pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie) erklärt sich damit, dass die Strukturen von Pollen- und Lebensmittelallergenen ähnlich sind und vom Immunsystem «verwechselt» werden. In der Regel reagieren Betroffene mit leichteren Beschwerden wie Jucken, Rötungen oder leichten Schwellungen im Mund- und Rachenbereich.

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Was ist eine Kreuzreaktion?

Bei dieser Form der Nahrungsmittelallergie entsteht zuerst eine Sensibilisierung über die Atemwege (Nase, Lunge) zum Beispiel auf Birkenpollen. Weil die Eiweissstrukturen der Inhalations- und der Nahrungsmittelallergene ähnlich sind, kommt es zu sogenannten Kreuzreaktionen, die auch pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien genannt werden.

Häufige Beispiele für eine Kreuzreaktion sind das Birkenpollen-Nuss-Kernobst- oder das Beifuss-Sellerie-Gewürz-Syndrom. Wer sich also auf Birkenpollen sensibilisiert hat, kann auch auf Äpfel und Nüsse allergisch reagieren und umgekehrt.

Neben den Pollen gibt es noch andere Atemwegsallergene, die Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel verursachen können, z.B. Latex (Naturgummi), Tierallergene (z.B. von Katzen, Vögeln) oder Hausstaubmilben.

Wie lässt sich eine Kreuzreaktion erkennen?

Pollenallergiebetroffene, die beim Essen von bestimmten Nahrungsmitteln ein Kribbeln im Gaumen, ein Brennen und Jucken im Mundbereich und an den Lippen verspüren oder gar eine Schwellung im Gesicht entwickeln, sollten eine Kreuzreaktion in Betracht ziehen.

Wie lässt sich eine Kreuzreaktion vorbeugen?

Wenn beim Essen ein Kribbeln/Beissen im Mund oder im Rachen bemerkt wird, sollte das Nahrungsmittel nicht mehr konsumiert werden. Allerdings werden viele Proteine beim Kochen oder Erhitzen zerstört und können wieder gegessen werden. Häufig empfiehlt sich, nur geringe Mengen des entsprechenden Nahrungsmittels zu essen. Gelegentlich lindert sich durch die Pollentherapie mittels Desensibilisierung auch die Allergie auf Nahrungsmittel.

Welche Kreuzreaktionen sind am häufigsten?

Rund 70 Prozent der an Baumpollenallergien Betroffenen weisen Kreuzreaktionen mit Nahrungsmitteln auf. Bei einer Beifuss- und Gräserpollenallergie kommen Kreuzreaktionen weniger häufig vor. Typisch sind Kreuzreaktionen zwischen folgenden Allergenen und Nahrungsmitteln:

Birken-, Erlen-, Haselpollen (Januar–April)

Kern- und Steinobst (Äpfel, Birnen, Pflaumen, Aprikosen, Kirschen usw.), Haselnuss, Walnuss, Mandeln, Tomaten, Karotten, Sellerie, Mango, Avocado, Fenchel, Kiwi, Litschi

Beifusspollen (Artemisia) (Juli–August)

Sellerie, Karotten, Fenchel, Artischocken, Kamille, Pfeffer, Senf, Dill, Petersilie, Koriander, Kümmel, Anis, Sonnenblumenkerne

Hausstaubmilben

Crevetten, Hummer, Langusten, Krebse, Schnecken

Latex

Avocado, Banane, Edelkastanie (Vermicelles, Maroni), Kiwi, Papaya, Feige, Paprika

Vogelfedern

Hühnerei (Dotter)

 

Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.
 

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