Bienengiftallergie

Bienenstiche ereignen sich vor allem im Frühjahr und Sommer. Sie können bei entsprechend sensibilisierten Personen gravierende Reaktionen auslösen.

Biene auf Pfefferminzblüten - Bienengiftallergie - aha! Allergiezentrum Schweiz - Infos zu Allergien - © Foto: @nt/fotolia

Insektengiftallergien werden meist durch Bienen- und Wespenstiche ausgelöst. Die Insektengiftallergie ist nicht vererbbar. Bei Stichen im Mund- oder Rachenraum können auch bei nicht allergischen Personen lebensgefährliche Schwellungen auftreten. Schweizweit kommt es jährlich zu 3–4 Todesfällen. 

Ursachen und Auslöser der Bienengiftallergie

Bienenstiche ereignen sich vor allem im Frühjahr und Sommer. Im Gegensatz zu den Wespen verlieren die Bienen den Stachel nach dem Stich. Die verschiedenen Bienen- und Hummelarten haben ein unterschiedliches Aggressionspotenzial. Hummeln sind die friedlichsten Wehrstachelträger, Hummelstiche sind selten und für die meisten Menschen harmlos. Von einer Bienengiftallergie Betroffene dürfen Honig essen. Die Bienengiftallergie ist nicht vererbbar.

Symptome

Bei einer allergischen Reaktion auf einen Bienenstich treten die Symptome innerhalb von Minuten bis spätestens nach einer Stunde auf. Sie reichen von lokalen Schwellungen über Juckreiz, Nesselfieber, Erbrechen, Atemnot, Herzrasen, Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und Herz-Kreislauf-Kollaps, (Anaphylaxie).

Diagnose und Differenzialdiagnose

Nach der Patientenbefragung, Hauttest oder Bluttests wird eine erste Diagnose gestellt. Spezifische IgE-Antikörper gegen Hymenopterengifte können mit verschiedenen Tests im Blut bestimmt werden. Diese sollten jedoch frühestens 3 Wochen nach dem Stich durchgeführt werden. Gleiche oder ähnliche Symptome können bei einer Lebensmittelallergie auftreten.

Therapie und Behandlung

Personen, die bereits einmal auf einen Bienenstich allergisch reagiert haben, sollten über die Gefahr eines jeden weiteren Stichs aufgeklärt werden. Betroffene erhalten vom Arzt ein Notfallset mit Antihistaminika, Kortison und evtl. einer Adrenalinfertigspritze (Handhabung und Haltbarkeit regelmässig kontrollieren). Bei jedem weiteren Stich müssen die verordneten Medikamente sofort eingenommen werden, noch bevor es zu einer allergischen Reaktion kommt.

Wenn nötig muss auch die Adrenalinfertigspritze eingesetzt werden. Die Desensibilisierung/Spezifische Immuntherapie (SIT) mit Bienengift ist die einzige effektive Kausaltherapie. Die Behandlung dauert 3–5 Jahre und führt bei 80–85 % der Patienten zu einem kompletten Schutz.

Tipps und Tricks

Eine Biene ist selten alleine. Die Nähe von Bienenvölkern meiden. Bienenschwärme in unmittelbarer Nähe des Wohn- oder Arbeitsortes der Feuerwehr oder einem Imker melden.

Um Bienenstiche zu vermeiden, sind folgende Verhaltensregeln zu beachten:

  • Distanz zu blühenden Blumen und Pflanzen halten, nicht barfuss laufen.
  • Tragen Sie keine weite, flatternde Kleidung. Bei der Gartenarbeit sind langärmelige Hemden, lange Hosen und Handschuhe empfehlenswert.
  • Im Garten Handschuhe sowie Kleider mit langen Ärmeln sowie lange Hosen tragen.
  • Keine stark parfümierten Haarsprays, Shampoos und Sonnencremen verwenden.
  • Motorradfahren nur mit geschlossenem Helm; Handschuhe und den Körper bedeckende Kleidung tragen

Für Bienengiftallergiker gilt: Notfallset immer bei sich tragen!

Zahlen und Fakten

  • In der Schweiz leiden 3–4 % der Bevölkerung an einer Insektengiftallergie. 
  • Ab 100 Stichen beim Erwachsenen und 50 beim Kind treten auch bei nicht allergischen Personen Vergiftungsreaktionen auf.


Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.
 

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