Behandlung Pollenallergie

Die Behandlung einer Pollenallergie sollte durch eine angepasste Therapie erfolgen. Es gibt verschiedene Pfeiler in der Behandlung – abhängig vom Ausmass der Beschwerden. Sie reichen von der Allergenvermeidung über die medikamentöse Behandlung bis hin zur spezifischen Immuntherapie.

Allergenvermeidung

Damit Beschwerden verhindert oder reduziert werden können, sollte der Kontakt zu den auslösenden Pollen möglichst vermieden werden. Folgende Tipps und Tricks helfen dabei: 

  • Sich ausführlich zum aktuellen Pollenflug informieren auf www.pollenundallergie.ch. Die Aktivitäten im Freien entsprechend anpassen. 
  • Während der Pollensaison nur kurz stosslüften. Bei längeren Regenphasen oder wenn Pollengitter an den Fenstern montiert sind, kann ausgiebiger gelüftet werden.
  • Im Auto Pollenfilter montieren (falls nicht bereits eingebaut) und diese gut warten.
  • Vor dem Schlafengehen die Haare waschen.
  • Wäsche nicht im Freien trocknen lassen.
  • Bei erhöhter Pollenkonzentration sich nur kurz im Freien aufhalten. Für körperliche Aktivität sind Indoor-Sportarten geeignet. 
  • Sonnenbrille tragen.
  • Bei zusätzlichen pollenassoziierten Kreuzreaktionen auf Nahrungsmittel auf deren Konsum vor sportlichen Aktivitäten verzichten.

Medikamentöse Behandlung

Zur Behandlung der Symptome bei einer Pollenallergie können verschiedene Medikamente eingesetzt werden. Zu den wichtigsten Wirkstoffgruppen gehören Antihistaminika, Kortikosteroide (Kortisonpräparate), Leukotrienantagonisten und Mastzellstabilisatoren. 

Antihistaminika blockieren die allergische Reaktion, indem sie dafür sorgen, dass Histamin-Rezeptoren im Körper besetzt sind und das Histamin somit seine Wirkung gar nicht entfalten kann. Kortikosteroide sind körpereigene Hormone und als Medikament eingenommen, hemmen sie die Produktion von Entzündungsbotenstoffen in den Zellen. Leukotrienantagonisten heben die Wirkung von gewissen Entzündungsbotenstoffen (Leukotrienen) auf. Mastzellstabilisatoren sorgen dafür, dass die Mastzellen keine Entzündungsbotenstoffe ausschütten. 

Damit die Beschwerden einer Pollenallergie erfolgreich bekämpft werden können, sollte die Therapie mit dem behandelnden Arzt genau abgesprochen werden. 

Folgende Arten von Medikamenten können eingesetzt werden:

Augentropfen

Zur Behandlung von geröteten, juckenden und tränenden Augen (allergische Bindehautentzündung) werden Augentropfen eingesetzt. In den Augentropfen können Wirkstoffe der Gruppe der Antihistaminika oder Mastzellstabilisatoren enthalten sein. Weil Augentropfen gezielt am Ort des Geschehens eingesetzt werden und dort wirken können, sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Nasenspray

Eine laufende, verstopfte oder juckende Nase (allergischer Schnupfen) kann mit einem Nasenspray behandelt werden. Zur Linderung der Symptome werden Nasensprays mit Kortikosteroiden, Antihistaminika oder ein Kombinationspräparat (Antihistaminikum und Kortikosteroid) eingesetzt. Eine Verbesserung des allergischen Schnupfens kann auch einen positiven Effekt auf die Augen haben. Nasensprays wirken lokal, wo die Beschwerden auftreten. Deshalb sind kaum Nebenwirkungen zu erwarten.

Tabletten

Zur Symptombehandlung einer Pollenallergie (allergischer Schnupfen, allergische Bindehautentzündung) können auch Tabletten eingenommen werden, die Antihistaminika oder Leukotrienantagonisten und in schweren Fällen auch Kortikosteroide enthalten. Allfällige Nebenwirkungen sollten mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. 

Tropfen

Tropfen werden wie Tabletten eingenommen, um die Symptome einer Pollenallergie (z.B. Juckreiz in Gaumen, Nasen und Ohren, laufende Nase, Fliessschnupfen) zu behandeln. Die Tropfen enthalten Wirkstoffe der Gruppe der Antihistaminika und werden in der Schweiz vor allem bei Kindern eingesetzt.

Ursachenbekämpfung – Spezifische Immuntherapie

Die Spezifische Immuntherapie (Desensibilisierung) ist die einzige ursächliche Therapie bei einer Pollenallergie. Die Pollenallergene werden während drei bis fünf Jahren in steigender Dosierung unter die Haut gespritzt (subkutan; SCIT) oder als Tabletten oder Tropfen unter die Zunge verabreicht (sublingual; SLIT). Ziel ist es, den Körper langsam an das Allergen zu gewöhnen und dadurch einen immunologischen Schutz aufzubauen, der weitere allergische Reaktionen vermindert oder sogar verhindert. Eine Immuntherapie hat eine Verringerung oder das völlige Ausbleiben von Beschwerden zum Ziel.

Diese Informationen ersetzen keinesfalls das Aufsuchen des Arztes, sondern geben lediglich Hinweise für Betroffene.

 

Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.

 

aha! Allergiezentrum Schweiz hilft

  • Die Broschüren «Pollenallergie», «Behandlung der Pollenallergie», «Pollenratgeber», «Spezifische Immuntherapie» sowie der «Pollenkalender» informieren ausführlich zum Thema Heuschnupfen.
  • Der Schnupfentest kann Auskunft über eine mögliche Pollenallergie geben und aufzeigen, wann ein Arzt konsultiert werden soll.
  • Die Applikation «Pollen-News» für Smartphones – praktische Pollenflug-Info für unterwegs.
  • Kennen Sie unsere anderen Applikationen für Smartphone: Asthma-Info, e-symptoms, AllergiePass?
  • Mit dem Test Asthmakontrolle können Sie den Umgang mit Ihrem Asthma besser einschätzen. Ihre Einschätzung wird es Ihrem Arzt oder Ihrem Apotheker ermöglichen, die Therapie Ihres Asthmas optimal zu gestalten. Zu Gunsten Ihrer Lebensqualität!
  • Die Webseite www.pollenundallergie.ch gibt Aufschluss über den Pollenflug, die allergenen Pflanzen, den Blühbeginn der allergenen Pflanzen sowie weitere wichtige Informationen für Pollenallergie-Betroffene.
  • Der Fragenkatalog «Habe ich eine Allergie?» unterstützt Betroffene und Ärzte bei der Diagnosestellung.
  • Fachpersonen der aha!infoline beantworten persönliche Fragen: Montag bis Freitag, 08.30–12.00 Uhr.
  • Mit dem Schweizer Allergie-Gütesiegel ausgezeichnete Produkte und Dienstleistungen – ein Zusatznutzen für Betroffene.
  • aha!kinderlager für allergiebetroffene Kinder im Alter zwischen 8–12 Jahren: abwechslungsreiche Ferientage mit viel Sport, Spiel und Fitness. Fachgerecht betreut, lernen die Kinder einen verbesserten Umgang mit ihrer Allergie und/oder dem Asthma.
  • aha!jugendcamp für Jugendliche zwischen 13–16 Jahren: ein breites Sport- und Freizeitangebot,  fachkundige Leiter thematisieren auch Aspekte von allergischen Erkrankungen im Jugendalter.
  • Schulungen und Kurse zu den Themen «Allergie, Asthma, chronische Bronchitis», «Anaphylaxie» und «Neurodermitis»
  • Suchen Sie den Austausch mit anderen? Oder möchten Sie im Betroffenenrat mitwirken? Damit wir uns in Zukunft noch stärker an den Bedürfnissen der Betroffenen ausrichten können.
  • Ihre Spende ermöglicht wichtige Dienstleistungen für Menschen mit Allergien, Asthma und Neurodermitis. Herzlichen Dank. Ihre Unterstützung setzen wir wirkungsvoll ein.