Bienengiftallergie

Bienengiftallergie, aha! Allergiezentrum Schweiz, Bild: Fotolia 16361237XS©  @nt/fotolia

Insektengiftallergien werden meist durch Bienen- und Wespenstiche ausgelöst. Die Insektengiftallergie ist nicht vererbbar. Bei Stichen im Mund- oder Rachenraum können auch bei nicht allergischen Personen lebensgefährliche Schwellungen auftreten. Schweizweit kommt es jährlich zu 3–4 Todesfällen. 

Ursachen und Auslöser der Bienengiftallergie

Bienenstiche ereignen sich vor allem im Frühjahr und Sommer. Im Gegensatz zu den Wespen verlieren die Bienen den Stachel nach dem Stich. Die verschiedenen Bienen- und Hummelarten haben ein unterschiedliches Aggressionspotenzial. Hummeln sind die friedlichsten Wehrstachelträger, Hummelstiche sind selten und für die meisten Menschen harmlos. Von einer Bienengiftallergie Betroffene dürfen Honig essen. Die Bienengiftallergie ist nicht vererbbar.

Symptome

Bei einer allergischen Reaktion auf einen Bienenstich treten die Symptome innerhalb von Minuten bis spätestens nach einer Stunde auf. Sie reichen von lokalen Schwellungen über Juckreiz, Nesselfieber, Erbrechen, Atemnot, Herzrasen, Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und Herz-Kreislauf-Kollaps, (Anaphylaxie).

Diagnose und Differenzialdiagnose

Nach der Patientenbefragung, Hauttest oder Bluttests wird eine erste Diagnose gestellt. Spezifische IgE-Antikörper gegen Hymenopterengifte können mit verschiedenen Tests im Blut bestimmt werden. Diese sollten jedoch frühestens 3 Wochen nach dem Stich durchgeführt werden. Gleiche oder ähnliche Symptome können bei einer Lebensmittelallergie auftreten.

Therapie und Behandlung

Personen, die bereits einmal auf einen Bienenstich allergisch reagiert haben, sollten über die Gefahr eines jeden weiteren Stichs aufgeklärt werden. Betroffene erhalten vom Arzt ein Notfallset mit Antihistaminika, Kortison und evtl. einer Adrenalinfertigspritze (Handhabung und Haltbarkeit regelmässig kontrollieren). Bei jedem weiteren Stich müssen die verordneten Medikamente sofort eingenommen werden, noch bevor es zu einer allergischen Reaktion kommt.

Wenn nötig muss auch die Adrenalinfertigspritze eingesetzt werden. Die Desensibilisierung/Spezifische Immuntherapie (SIT) mit Bienengift ist die einzige effektive Kausaltherapie. Die Behandlung dauert 3–5 Jahre und führt bei 80–85 % der Patienten zu einem kompletten Schutz.

Tipps und Tricks

Eine Biene ist selten alleine. Die Nähe von Bienenvölkern meiden. Bienenschwärme in unmittelbarer Nähe des Wohn- oder Arbeitsortes der Feuerwehr oder einem Imker melden.

Um Bienenstiche zu vermeiden, sind folgende Verhaltensregeln zu beachten:

  • Distanz zu blühenden Blumen und Pflanzen halten, nicht barfuss laufen.
  • Tragen Sie keine weite, flatternde Kleidung. Bei der Gartenarbeit sind langärmelige Hemden, lange Hosen und Handschuhe empfehlenswert.
  • Im Garten Handschuhe sowie Kleider mit langen Ärmeln sowie lange Hosen tragen.
  • Keine stark parfümierten Haarsprays, Shampoos und Sonnencremen verwenden.
  • Motorradfahren nur mit geschlossenem Helm; Handschuhe und den Körper bedeckende Kleidung tragen

Für Bienengiftallergiker gilt: Notfallset immer bei sich tragen!

Zahlen und Fakten

  • In der Schweiz leiden 3–4 % der Bevölkerung an einer Insektengiftallergie. 
  • Ab 100 Stichen beim Erwachsenen und 50 beim Kind treten auch bei nicht allergischen Personen Vergiftungsreaktionen auf.


Redaktion: aha! Allergiezentrum Schweiz, in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Beirat.

 

aha! Allergiezentrum Schweiz hilft

  • Mit dem Schweizer Allergie-Gütesiegel ausgezeichnete Produkte und Dienstleistungen – ein Zusatznutzen für Betroffene.
  • aha!kinderlager für allergiebetroffene Kinder im Alter zwischen 8–12 Jahren: abwechslungsreiche Ferientage mit viel Sport, Spiel und Fitness. Fachgerecht betreut, lernen die Kinder einen verbesserten Umgang mit ihrer Allergie und/oder dem Asthma.
  • aha!jugendcamp für Jugendliche zwischen 13–16 Jahren: ein breites Sport- und Freizeitangebot,  fachkundige Leiter thematisieren auch Aspekte von allergischen Erkrankungen im Jugendalter.
  • Schulungen, Workshops und Kurse zu den Themen «Anaphylaxie», «Allergie, Asthma, chronische Bronchitis» und «Neurodermitisschulungen für Eltern und Kind»
  • Suchen Sie den Austausch mit anderen? Oder möchten Sie im Betroffenenrat mitwirken? Damit wir uns in Zukunft noch stärker an den Bedürfnissen der Betroffenen ausrichten können.
  • Ihre Spende ermöglicht wichtige Dienstleistungen für Menschen mit Allergien, Asthma und Neurodermitis. Herzlichen Dank. Ihre Unterstützung setzen wir wirkungsvoll ein.
     

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