Die Zusammensetzung der Vegetation ist eng an die Klimabedingungen einer Region angepasst. Je nach Temperatur, Niederschlag und Feuchtigkeit können sich unterschiedliche Pflanzen ansiedeln und gedeihen. Das Klima hat deshalb einen entscheidenden Einfluss, welche Pflanzen mit allergenen Pollen in welcher Region vorkommen. In Mitteleuropa sind die sechs wichtigsten Pflanzengruppen die Gräser, Birken, Hasel, Erlen, Eschen und der Beifuss. Im kühleren Alpenklima gedeiht z.B. die Hasel und die Esche nicht mehr und Beifuss kommt kaum mehr vor. Aufgrund der tiefen Temperatur produzieren die Pflanzen in den Alpen meist auch weniger Pollen, so dass dort die Pollensaison viel kürzer und schwächer ist.
Das Mittelmeerklima kennt andere Pflanzenarten, die wichtig für Allergien sind: Olivenbaum, Zypresse und Glaskraut (Parietaria). Die enge Verknüpfung mit der Temperatur lässt uns fragen, welche Auswirkungen eine Klimaänderung auf die Allergiesituation haben wird.
Die Temperatur ist in den letzten 100 Jahren in der Schweiz um rund 1.3–1.6°C angestiegen. Diese Zunahme ist grösser als im globalen Mittel (0.6°C). Klimatologen erwarten bis zum Jahr 2050 eine Temperaturzunahme von 3°C im Sommer und 2°C im Winter. Die Niederschläge werden im Sommer abnehmen und im Winter etwas zunehmen. Modelle zeigen, dass gegen Ende des 21. Jahrhunderts jeder zweite Sommer so warm und/oder so trocken sein wird wie der Hitzesommer 2003.
Autorin: Dr. Regula Gehrig, Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz)
© 2008. Alle Rechte sind MeteoSchweiz und aha! vorbehalten. Die Webseite www.pollenundallergie.ch dient lediglich zur Information. Sie kann in keiner Weise eine ärztliche Konsultation oder eine medizinische Behandlung ersetzen. Die Redaktion lehnt jegliche Haftung ab. Die Sponsorfirmen haben auf den Inhalt keinerlei Einfluss genommen.